Yoga-Buchempfehlungen – Sommer 2024

Die Sommerferien stehen vor der Tür und vielleicht blickst du schon sehnsüchtig auf deinen To-be-read-Stapel an Büchern… vielleicht hast du aber auch mal Lust, ein bisschen tiefer ins Thema Yoga abzutauchen?

Gelegentlich werde ich von Teilnehmenden gefragt, welche Bücher ich empfehlen kann, wenn man tiefer ins Yoga einsteigen möchte – und da habe ich neulich bemerkt, dass meine letzten Buchempfehlungen auf diesem Blog noch aus dem Jahr 2019 stammen, quasi aus einer ganz anderen Zeitrechnung!

Daher heute mal ein paar Empfehlungen für Yoga-Nerds und alle, die es werden wollen. Hinweis: Aktuell sind alle Bücher nur auf Englisch verfügbar. Irgendwie bringt der deutsche Yogabuchmarkt vor allem Werke von Ego-Posern hervor…

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The Goddess Pose: The Audacious Life of Indra Devi, the Woman Who Helped Bring Yoga to the West – Michelle Goldberg

Wow! Vielleicht das beste Yogabuch bzw. Buch mit Yogabezug, das ich jemals gelesen habe. Genau genommen handelt es sich um die atemberaubende Biografie einer Frau, die praktisch fünf Leben in einem untergebracht hat. Gleichzeitig erfährt man viel darüber, wie sich Yoga im Laufe des 20. Jahrhunderts zu dem entwickelt hat, was es heute ist. Dabei wird auch mit dem Mythos aufgeräumt, dass es sich bei den Yogaposen um Jahrtausende alte Praktiken handelt. Das Buch ist leicht lesbar und durchaus auch als Strandliegen-Lektüre (oder wo auch immer du so abhängst) geeignet.

My Gita – Devdutt Pattanaik

„The process of discovering the source of disconnection is called yoga, though the word yoga itself means ‘to connect’.”

Dieses Buch habe ich im März an meinem letzten Tag in Mumbai in einer Buchhandlung gekauft, ehrlich gesagt eher, um meine letzten Rupien loszuwerden. Und damit habe ich einen Glücksgriff gelandet! Die Bhagavad Gita ist eines der wichtigsten Werke der Hindu-Mythologie, vergleichbar vielleicht mit der Artus-Sage im angelsächsischen Raum oder der Nibelungensage. Die Namen vieler Yogaposen sind an diese Sage angelehnt, aber natürlich findet sich darin auch viel über die indische Philosophie im Allgemeinen.

Aber keine Sorge – ich mache ja keinen Hehl daraus, das ich kein Riesenfan von indischer Mythologie und Hinduismus bin. Dem Autor ist es aber gelungen, die Bedeutung der Saga auf sehr pragmatische und oft auch witzige Weise zu erläutern. Zur Unterstützung gibt es viele Grafiken und Diagramme und auch immer wieder Vergleiche mit den Ansätzen anderer Weltanschauungsmodelle. Trotz der „schweren“ Themen eine leichte Lektüre und ein toller Einstieg für alle, die sich noch nie mit Yoga-Philosophie auseinandergesetzt haben. Die Gita selbst musst du dazu nicht gelesen haben (sie wird natürlich immer wieder in englischer Übersetzung zitiert).

The language of Yin – Gabrielle Harris

Dieses Buch richtet sich an Yogalehrende und ist seit ein paar Jahren meine Geheimwaffe, wenn mir die Inspiration für eine Yogaklasse fehlt (soll ja mal vorkommen 😉). Trotzdem möchte ich es jedem empfehlen, der sich für spirituelle und psychologische Aspekte des Yoga interessiert.

Es gibt zu verschiedensten Themen auch Vorschläge für kurze, grafisch dargestellte Yin-Asana-Abfolgen, aber bis auf diesen Teil geht es gar nicht spezifisch um Yin Yoga. Wenn du allerdings gern Yin praktizierst und selbst ein paar Anstöße für eine Praxis zuhause gebrauchen kannst, ist das Buch auch dazu perfekt. Unter anderem findest du darin auch mehr Infos über Atemübungen und eine kurze Einführung in Mudras und Mantras. Ich finde es aber einfach auch schön, um ab und zu mal ein paar Seiten zu schmökern.

Your Spine, Your Yoga: Developing stability and mobility for your spine – Bernie Clarke

Achtung, Nerd-Alarm 😉 Wieder einmal ein Meisterwerk vom Mitbegründer des Yin Yoga für alle Anatomie-Fans.

Wie das vorherige Buch bereits hat es mit der physischen Praxis des Yin Yoga wenig zu tun, sondern ist interessant für alle, die sich dafür interessieren, wie der Körper und unser Nervensystem funktionieren und wie wir unsere Yoga-Praxis an uns anpassen statt umgekehrt. Ich lese seine Bücher immer kapitelweise mit ein paar Wochen Pause dazwischen, um es zu verdauen. In diesem Buch geht es vor allem um die Wirbelsäule und alles, was „dranhängt“. Dabei gibt es immer wieder praktische Beispiele, welche Konsequenzen individuelle anatomische Begebenheiten für eine Asanapraxis haben.

Bernie Clarke versucht, die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten einer körperlichen Asana-Praxis mit individuellen anatomischen Begebenheiten abzugleichen. Dabei betrachtet er immer wieder einzelne Yogaposen als Beispiel. Das Ergebnis ist nicht unbedingt eine leichte Lektüre (es sei denn, du hast einen Hintergrund im Bereich Medizin/Anatomie/Physio), aber es lohnt sich.

Und eine Nicht-Empfehlung, die es immerhin nur auf Deutsch gibt: Yogatown von Daniel Speck

Vielleicht ist es dir im Buchhandel schon mal ins Auge gefallen, der neue „Schinken“ von Daniel Speck. Mich haben in letzter Zeit mehrere Kursteilnehmer danach gefragt… es handelt sich um einen Roman, daher ist es wirklich subjektiv, wem’s gefällt… ich hatte es ganz sehnsüchtig erwartet, weil ich ein Riesenfan von Daniel Specks vorherigen Romanen bin („Bella Germania“, „Piccola Sicilia“ und „Jaffa Road“) in denen mehr oder weniger zusammenhängende Familiengeschichten über vier Länder und rund um den 2. Weltkrieg erzählt werden (gerade Jaffa Road ist fantastisch, um etwas über die Situation in Israel in den 40-60er Jahren zu erfahren). Diese drei Bücher sind meine absoluten deutschsprachigen Lieblingsromane des letzten Jahrzehnts. Und dann ein Yogabuch vom gleichen Autor, wow! Hatte ich mir sofort vorbestellt.

Doch dann kam die Ernüchterung: Es geht um Indien, aber nur am Rande um Yoga, und vor allem um die Beatles. Außerdem fand ich die Charaktere komplett unglaubwürdig, vor allem die über 50 Jahre alte Protagonistin, die als hippe Yogalehrerin in Berlin lebt, aber redet und sich verhält, als wäre sie maximal Anfang 20. Mein Fazit: Kann man sich mal in der Bücherei ausleihen, ist aber das Geld nicht wert, es sei denn, du bist ein totaler Beatles-Fan oder Althippie.

Und du, liest du Bücher, die mit Yoga zu tun haben? Teile gern auch deine Buchempfehlungen mit uns!

Moin!

Lust darauf, mehr in deinem Körper anzukommen und nicht nur deinem Kopf abzuhängen? Yoga ganzheitlich zu praktizieren, ohne ins Esoterische abzugleiten? Dann könnten wir zueinander passen.

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