Was ist das “Ziel” von Yoga?

dolphinwall_baliDie meisten Menschen kommen aufgrund von gesundheitlichen Gründen zum Yoga. Viele wollen sich einfach mehr bewegen, flexibler werden. Profi-Sportler, die Verletzungen erlitten haben und Yoga zur Rehabilitation nutzen oder einseitige Belastungen ausgleichen wollen. Menschen, deren Gedankenkarussell sie verrückt macht und die sich mehr Ruhe und Ausgeglichenheit wünschen.

All das sind vollkommen legitime Gründe, einen Yogakurs zu besuchen. Doch wenn man eine Weile dabei bleibt, merkt man irgendwann, dass sich noch viel mehr dahinter verbirgt als „ein bisschen dehnen und entspannen“.

Viele Yogalehrer werden beharren darauf, bestimmte spirituelle Praktiken müssen zum Regime eines ernsthaften Yogis gehören, von Meditation über Kirtan-Singen und einer vollkommenen Änderung des Lebensstils. Andere wiederum orientieren sich an fortgeschrittenen Asanas und glauben, wenn man keine verrückten Armbalancen oder Rückbeugen „kann“, sei man kein richtiger Yogi.

Forrest Yoga ist zugegeben sehr asana-fokussiert und kann auf den ersten Blick wirken wie das verpönte Insta-Yoga: Die Praxis ist körperlich fordernd und wir spielen gern mit akrobatischen Posen. Weil ein Großteil des Menschentyps, der von Forrest Yoga angezogen ist, Intensität und Herausforderungen liebt.

Wer aber zwischen den Zeilen liest, erkennt, dass die Asana-Praxis eine Parabel ist für unser Leben.

Es geht nicht darum, dass du den Handstand kannst – aber traust du dich, es wenigstens zu probieren? Oder läufst du vor jeder Herausforderung gleich davon? Kannst du über dich lachen, wenn du hinfällst? Stehst du wieder auf und versuchst du es weiter?

Kannst du dein Herz öffnen in einer Rückbeuge, dich verletzlich machen, darauf vertrauen, dass dir niemand in den Rücken fällt? Oder hängst du an deinem Misstrauen, dir selbst und anderen Gegenüber?

Deine Yoga-Praxis bietet dir die Chance, dir diese Fragen zu stellen und in deinem Körper zu erproben, statt nur in deinem Kopf Kreise ziehen zu lassen.

Wenn man Yoga-Sternchen und Spiritualitätsjunkies folgt, entsteht oft der Eindruck, als sei das Ziel von Yoga, immer „bessere“ Posen zu meistern, noch ein Retreat, noch einen Workshop zu besuchen.

Der wahre Zweck von Yoga ist aber, die Zeit auf der Matte zu nutzen, um dein ECHTES Leben zu leben. Dir bewusst zu werden, wer du bist, wer du sein willst, und wie du dorthin kommst.

Jedes Mal, wenn du deine Yogamatte ausrollst, hast du die Möglichkeit, dich zu fragen: Wer bin ich heute? Wer will ich sein? Wie nutze ich meine Zeit auf diesem Planeten am besten?

Und wenn du deine Matte wieder eingerollt hast: HANDLE ENTSPRECHEND.

“Yoga is the Journey of the Self, Through the Self, To the Self”~ Bhagavad Gita.