Die Sache mit der Integrität…

Was soll den bitte die Sache mit der… Integrität?

„Bring‘ die Hände vor die Stirn, für klare Gedanken

vor den Mund, für die ehrlichen Worte

und vor dein Herz, für Handeln mit Integrität“*

Ein paar Teilnehmer haben mich gefragt… andere nicken bestätigend… und andere, naja… gucken verwirrt. Wat willse denn mit diesem intellektuellen Wort nach meinen Dehnübungen?

INTEGRITÄT. Laut Duden.de:

  1. Makellosigkeit, Unbescholtenheit, Unbestechlichkeit
  2. Unverletzlichkeit [eines Staatsgebietes]

Vom Lateinischen „integritas“

Eine der Säulen des Forrest Yoga, „meiner“ Alma Mater des Yoga.

Für die „traditionellen“ Yogis: Eine Mischung aus den Yamas „Saucha“ (Reinheit), „

Satya“ (Wahrhaftigkeit) und „Ārjava“ (keine Scheinheiligkeit 😉)

(Für die nicht-traditionellen Yogis: Yamas sind das, was man ethisch-yogisch gesehen tun sollte)

Integrität bedeutet für mich, dass Körper, Geist und Seele miteinander stimmig sind. Einer oder mehrere Konflikte dazwischen können bestehen und _werden_ in der Welt, in der wir leben, immer bestehen. Genau dabei hilft uns die Praxis des Yoga, genau deswegen gibt es Posen mit Namen wie „Krieger“. Der Konflikt lebt in uns, jeden Tag.

Integrität bedeutet, trotzdem in Harmonie mit Geist und Seele zu handeln. Es zumindest zu versuchen. Sich bewusst zu sein.

Vielleicht verdiente ich in Job xyz mehr Geld, aber meine Seele wäre unglücklich, unnützen Mist zu verkaufen. Vielleicht will meine Logik meinem Gegenüber sagen, dass es ein absolutes Arschlosch ist. Vielleicht will meine Seele einfach nur ihre Ruhe. Vielleicht verbringe ich den Großteil meiner Zeit in meinen Kopf und Hirn und wechsele sofort in den Kritikmodus, wenn mein Körper etwas anderes machen soll, als auf einem Stuhl zu sitzen.

Sehr wahrscheinlich bist du es gewohnt, dass einer dieser drei Faktoren (Seele, Hirn, Körper) bei dir das Sagen hat. Wie bringst du sie in Einklang? Nicht in einen „oooohmallessitgutichgebmirdiedröhnung“-Einklang. Einen echten Kompromiss… man könnte die Politik als Beispiel nehmen, aber dann geht es sehr Richtung Duden-Definition 2 (dazu ein anderes Mal mehr…)

Deswegen enden meine Yogaklassen häufig so, wenn ich das Gefühl habe, die Teilnehmer haben verstanden, worum es mir beim Unterrichten geht. Und falls du dich öfter gefragt hast, was das heißen soll – hier ist die Antwort.

Namasté.

*Diese Worte habe ich übernommen von einer Yogalehrerin, die viel für meinen individuellen Weg bedeutet hat… heute weiß ich, dass all diese Dinge und die Integrität für sie das allerschwierigste im Leben sind. Die Menschen, die uns etwas beibringen, gehen häufig den schwersten Weg.